Die beiden Riesen gehen über den Rasen und auf den mittleren von sieben Sägemehlkreisen zu. Beide haben diese Stiernacken mit denen Männer oft so ungelenk aussehen. Doch bald schon soll mir das Gegenteil bewiesen werden.

Ihre kantigen Gesichter sehen überraschend positiv aus. Als sie in der Mitte des Kreises eintreffen, werden erstmal Hände geschüttelt. Die letzte freundliche Geste vor dem Kampf ist ein schmales Lächeln.

Mit ganz viel Ruhe umschlingen sie ihre Oberkörper ineinander. Die Wange wird an die Schulter des Gegners gelegt. Der Hintern werden ganz bewusst weit nach hinten gestreckt und die Beine bleiben zu Beginn ganz steif.

Eine Hand muss sich ständig am Bund der windelartigen Hose des Gegners befinden. An dieser werden sie auch erkannt, denn die eine Hose ist hell, die andere dunkel. So ineinander verhakt beginnen sie ihr Kräftemessen. Fast schon im Gleichschritt führen, drücken und schieben die beiden Riesen sich hin und her um ihre Kräfte auszutarieren.

Unerwartet kommt Spannung ins Spiel. Blitzartig bewegen sie sich aufeinander zu. Kurz vor dem gewaltigen Zusammenschmettern ihrer Oberkörper gewinnt die helle Hose die Oberhand.

Es ist jedoch noch ein weiter Weg, bis die helle Hose die dunkle Hose mit beiden Schultern zu Grunde bringt. Die Beiden ringen und buddeln sich durch den Sägemehlkreis. Wie die Tiere, die versuchen sich gegenseitig zu erledigen, winden sie sich im trockenen Mehl, dass schnell seinen Weg in Nase und Ohren findet.

Die dunkle Hose kämpft sich langsam aus der Umarmung der hellen Hose. Dabei streckt sie die Arme weit nach vorn um aus dem Sägemehlkreis zu gelangen. Damit würde eine neue Runde beginnen. Doch wie ein Löwe, der eine Antilope reißt, wird dies durch die helle Hose verhindert. Zuletzt versucht sich die dunkle Hose im Hohlkreuz nach oben zu drücken um einen Sieg abzuwehren.

Ist ein Sieger gefunden kehrt augenblicklich wieder die Freundlichkeit ein. Händeschütteln, ein Kuss auf den Kopf und das gegenseitige Abklopfen des Sägemehls.

Wer durch meine vagen Beschreibungen und schwammigen Bilder neugierig geworden ist findet beim SRF ein kurzes Video mit vollen Emotionen 🙂

5 Comments

  1. Pingback: Topfprimel Wochenrückblick XIX / 2013 | blickgewinkelt test site

  2. Heyyy, danke, was für ein grandioser Zufall! Gerade LETZTE Woche war mein Schweizer Guide total entsetzt, dass ich diesen Sport nicht kenne. Und ich hab natürlich auch wieder den Namen vergessen, also konnte ich nicht nachrecherschieren. Also: Danke! 😉
    An was ich mich noch erinnere: Der Guide meinte, es gibt 4000 Aktive und 250.000 Zuschauer bei Events. Unglaublich. 🙂
    LG /inka

  3. boh, wie spannend ist das denn! aber wenn sie reden, verstehe ich nichts…

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