Endlich sind zwei Tische frei geworden. Wir steuern den Hinteren an. Ob das wohl unser großer Faulx pas war an diesem Abend? Der Kellner stellt sich uns in den Weg und fragt uns aufs Komplizierteste, welchen Tisch wir gerne hätten.

Nach einigem verwirtten Hin und Her lassen wir uns am hinteren Tisch nieder und möchten auch direkt bestellen. Die Karte hatten wir während unserer Wartezeit bereits studiert. Der Kellner sieht uns an, sagt „nein“ und geht. Einfach nein! Ohne Lächeln, ohne tut mir leid ich komme gleich wieder. Einfach nein!

Er ist grobschlächtig, lächelt selten und trägt für seine Körpermasse eine viel zu enge Hose. Auf seinem rechten Arm befindet sich ein Tattoo, dass vermuten lässt, er sei besonders empfindsam. Ein Schwert und eine Rose. Empfindsam ist er jedoch keines Falls. Zumindestens nicht seinen Gästen gegenüber.

Nach dem Essen sagen wir vier Mal Bescheid und warten gefühlt eine halbe Stunde auf die Rechnung. Als wir sie erhalten wird klar, dass sie die ganze Zeit ausgedruckt direkt hinter uns auf dem Tresen lag.



Porto ist speziell, grob und offenbart sich für den Besucher erst auf den zweiten, dritten Blick als interessant oder faszinierend. Porto ist erst einmal schlecht greifbar. Im Gegensatz zu Lissabon präsentiert sich Porto nicht. Es versteckt sich hinter bröckelnden Fassaden und ernsten Mienen. Man muss sich schon Mühe geben, die Stadt kennenzu lernen.



Aber dann zeigt sich eine Stadt, die offensichtlich kreativ und spannend ist. Auf der einen Seite des Rio Duoro mit viel Kunst, Bastel-Läden, und der Casa da Musical, in der wir einen tollen Abend mit brasilianischer Musik verbracht haben.



Auf der anderen Seite des Rio befindet sich Vila Nova de Gaia. Überquert man die Brücke lässt man die Stadt hinter sich und erreicht ein idyllisches Dörfchen mit alten Stadtmauern und Weinereien. Alles ist ein Stück weit freundlicher und ruhiger als Porto. Angefühlt hat sich Vila Nova de Gaia wie ein Urlaub vom Urlaub. Bis wir auf unserer Weinproben-Tour plötzlich die Zeit verloren haben und fast zu spät zum Zug in die nächste Stadt Portugals gekommen sind.

2 Comments

  1. schoen dein Bericht und die Fotos. Mich hat vieles an Porto fasziniert, der super schöne alte Bahnhof, die wahnwitzige Brücke von dprt nach Gaia, die Altstadt mit ihren zum großen Teil schönen Häusern umd die kleinen Läden und npch so vieles mehr…

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *