Christi Himmelfahrt. Wider Erwarten wuseln an diesem katholischen Feiertag die Massen durch Lissabon. Sie gehen zur Arbeit, essen zu Mittag und die Touristen genießen ihre lauwarmen Pasteis. Eine Frau verkauft Blumen und lächelt freundlich als sie die Blumen überreicht. Die ältere Frau, die um die Ecke schlendert, hält einen Strauß in der Hand. Und 100 Meter weiter steht ein noch ein Blumenstand. Überall Blumen. Da war doch etwas…

Christi Himmelfahrt ist in Portugal auch der „Dia da Espiga“. An diesem Tag wird im Haus ein alter Blumenstrauß entsorgt und ein Neuer für das nächste Jahr an die Haustür gehängt. Er soll dem Hausbewohner viele gute Dinge bringen.

Die Tradition stammt aus Zeiten vor der Christianisierung, doch wurde sie mehr und mehr angepasst. Beispielsweise sollte man sich traditioneller Weise diesen Strauß sicherlich selber pflücken und binden. Doch nun sehen wir überall in der Stadt Blumenstände, die sie verkaufen. Es wurde auch als ein Tag gesehen, an dem niemand arbeiten sollte, doch in Lissabon waren alle Geschäfte geöffnet.

Dennoch der Strauß ist der gleiche geblieben. Gebunden wird er aus Getreide, Landblumen, Olivenästen und anderen Pflanzen. Dabei trägt Jede eine eigene symbolträchtige Bedeutung:

Getreide – Brot
Margerite – Gold und Silber
Klatschmohn – Liebe und Leben
Olivenzweig – Öl und Frieden / Licht
Weinblätter – Wein und Freude
Rosmarin – Gesundheit und Kraft

Hier in Deutschland wird es schwerer sein Olivenzweige zu finden, doch wer weiß vielleicht binde ich mir nächstes Jahr einen Strauß für meine Wohnungstür.

One Comment

  1. Ich vermute in Portugal wurden katholische Feiertag wie Himmelfahrt usw. (auch in Italien seit 1972-74) auf den darauf folgenden Sonntag verschoben,um die Industrieproduktion zwischendurch nicht zu stoppen. Die Symbole für die einzelnen Blumen und Pflanzen sind sehr schön und der Realität sehr nahe.

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