Faulheit ist eine Tugend. Fleiß eine Sünde. Fast alles ist essbar und sobald du weniger als 200 Pfund wiegst, wirst du ausgewiesen. (Bewohner sind natürlich von allem ausgenommen)

Mit fünf anderen Frauen brach ich auf zu einer kulinarischen Reise durchs Schlaraffenland. Es ist einfacher zu finden als man denkt. Dafür mussten wir uns nicht einmal durch einen großen Berg Brei fressen. Es genügte, die Alpen zu überqueren.

Auf der anderen Seite angekommen breiteten sich viele Täler mit noch viel mehr Köstlichkeiten vor unseren Augen aus. Und so stand das erlebte Wochenende ganz im Zeichen schlaraffenländischer Kochtraditionen und bewusst angebauter Zutaten.


Am ersten Abend befassten wir uns mit dem roten Wein, der im Kalterer See seine Wellen schlägt. Man nehme ein Glas und beginne zu genießen, sagte auch die Ente und hielt ihr wohlverdientes Nickerchen auf dem Badesteg.



Fliegende, mundgerechte Speisen begleiteten den Genuss des guten Kalterer „Seewassers“. Nach einigen Häppchen, die meinen Mund erreicht hatten, war ich schon ausreichend gesättigt. Wir setzten uns, und natürlich aßen wir nach schlaraffenländischer Tradition weiter. Hier sind die Augen eines jeden Besuchers immer größer als der Bauch, müsst ihr wissen. Keine Angst, es handelt sich nicht um einen Dauerzustand. Verlässt man das Land wieder, gibt es zwar noch einige angenehme Nebenwirkungen, wie das gelegentlich unkontrollierte hineinstopfen von allen Leckereien die in Reichweite stehen, doch alles kehrt schnell zum Gewohnten zurück.

Am nächsten Tag lernten wir weitere Gewässer des Landes kennen. So ist es Apfelsaft, der die Bergflüsse hinunterfließt. Um Genaueres zu erfahren fuhren wir durch ein Tal und einen Berg hinauf zu einer Quelle, wo der Apfelsaft nicht ausschließlich aus grünen Normalflaschen fließt. Nein, diese Quelle ist besonders klar und entspringt aus Weinflaschen! Der Wächter der Quelle erklärte uns, dass sie pro Flasche den Saft von nur einem Apfel enthält. Auch hier im Schlaraffenland ist das etwas ganz Besonderes.



Nachdem wir genügend dieses goldenen Elixiers gekostet hatten, besuchten wir Benedikte. Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von ihr in die süßen Geheimnisse dieses Landes eingeführt. Als Gelehrte antiker Gemälde ist sie auch hier im Schlaraffenland den alten Traditionen treu und kocht nicht nur nach uralten Rezepten, sondern nutzt hierzu auch entsprechend antike Utensilien.



Die Nacht sollte sich dann als feuchtfröhlich herausstellen. Anlässlich des Genussfestivals wurde ein Weinfest im mit etlichen Weinflaschen dekorierten Park des Jugendstil liebenden Herrn Laurins veranstaltet. Der Herr Laurin ist ein Wesen von edlem Zug und so wurden wir an diesem Abend nicht enttäuscht: Neben der Hauptattraktion, der Bar mit dem immerfliesenden Wein, importierte Herr Laurin für seine Gäste tanzbare Musik aus dem fernen Lande der Jecken.

Wer nun glaubt, damit sei es getan, täuscht sich gewaltig. Nach all diesen Köstlichkeiten durften wir im Herzen des Schlaraffenlandes ein Genussfestival entdecken. Brot wurde vor unseren Augen gebacken, Speck geschnitten und Äpfel verkostet. Der Genussbotschafter nahm sich Zeit für uns und führte durch die mit Köstlichkeiten gespickten Gassen. Dabei erläuterte er uns alle schlaraffenländlichen Spezialitäten.



Doch der Botschafter hatte natürlich nicht den ganzen lieben Tag lang Zeit für uns. Und so brachte er uns zum Herzen des Genussfestivals, wo die Köche kochten, über denen die Sterne dieses Landes schweben. Welch ein Glück, dass wir auch hier Willkommen geheißen und in die Lehre genommen wurden.




In unserer Kutsche, auf dem Weg zum Speckhelden, fiel ich ermüdet von den kulinarischen Abenteuern in einen festen Schlaf. Dort angekommen wurden wir in die Geheimnisse der Gewürzmischung und des Räucherns eingeführt.


Die modernen Zeiten vernetzen alles wesentlich besser als zu Zeiten, wo das Schlaraffenland noch ein Märchen zu sein schien. Es ist einen Besuch wert.
Aber um jetzt schon in die Geheimnisse Südtirols eingeführt zu werden, vergebe ich bis Sonntag ein kostbares Buch mit allem was man wissen muss um sich vorzubereiten.

Um das Buch zu erhalten schreibt ihr mir hier in den Kommentaren wo euer Schlaraffenland liegt. Der oder die Auserwählte wird per Mail informiert.

Nun allen ein schönes Wochenende und leckere Träume.

Offenlegung: Vielen Dank an Südtirol Marketing, die uns eingeladen haben ein Wochenende in Bozen anlässlich des Genussfestivals zu verbringen.

11 Comments

  1. Danke euch fürs Mitmachen. Die Glückliche wurde informiert.

    Für alle die dennoch Südtiroler Rezepte kochen möchten empfehle ich:
    http://www.suedtirolerspezialitaeten.com/de/rezepte.html

  2. Tanja Martini

    Mein Schlaraffenland liegt im Nordschwarzwald – mein Geburtsort, bzw. die Gemeinde meiner Kindheit: Baiersbronn : das 7-Sterne-Dorf.

    „Merian 2010: Dieses Dorf im Nordschwarzwald hat sich zu einer Attraktion für Feinschmecker aus der ganzen Welt entwickelt. Die Gemeinde hat knapp 16.000 Einwohner, kommt aber im Guide Michelin auf sieben Sterne – mehr, als die meisten Großstädte aufweisen können. Claus-Peter Lumpp, der im Restaurant „Bareiss“ am Herd steht, erhielt die Höchstnote von drei Sternen. Ein paar Kilometer talabwärts kocht Jörg Sackmann im gleichnamigen Hotel. Sein Restaurant „Schlossberg“ darf sich mit einem Stern schmücken. Und die „Schwarzwaldstube“ im Hotel Traube ist nicht nur mit drei Sternen dekoriert. Die Gastro-Kritiker nennen Harald Wohlfahrt den besten Koch Deutschlands.“

    Baiersbronn – i Love you

  3. wie immer super tolle Fotos, dein „Sprachbeitrag“ ist nicht nur allein interessant und peppig, sondern auch sehr Appetit anregend, ich muss sofort kochen :*

  4. Habt ihr nur gegessen oder auch mitgekocht?? 😛 Sehr lecker alles!!

  5. mein kulinarisches schlaraffenland liegt im tapa-land andalusien, wo eine herrlich erfrischende gazpacho perfekt serviert wird, man spinat mit kichererbsen zubereitet, lende und gambas in whisky brät, wo die oliven gross und saftig sind, prächtige schinken von der bardecke hängen, der manchego köstlich und der sherry immer und überall lecker ist. jede ordinäre bar bereitet ihre tapas liebevoll selbst zu, in budget- und magenfreundlichen mengen. das temperamentvolle völkchen hält mittags gemütlich siesta und nachts auf strassen und plätzen ausdauernd fiesta, das klima ist das heisseste in europa, schlaraffenländisch in jeder beziehung 😉

  6. Wow!!!!!

    Das klingt und schaut sehr, sehr köstlich aus. Vielleicht setz ich mich einfach ins Auto und düse schnell rüber 😉

    • Von dir aus sind es ja nur 3 Stunden. Wäre ich so nah würde ich wahrscheinlich nur noch durch die Lande kugeln 🙂

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