Im Leben meiner Familie dreht sich ein Großteil ums Essen. Das Essen an den Feiertagen, Geburtstagen und für Einladungen von Freunden. Der Tisch und die darauf servierten Speisen sind für das Leben in meiner Familie essenziell. Es wird geplant, diskutiert, gestritten, gefreut, getrunken, gegessen und gelacht. Und im Mittelpunkt immer der große Holztisch mit den leckeren Speisen. Nebenan liegt dann die Küche im Chaos wie in einer Schlacht mit Rauchschwaden, die still über die Leichen ziehen.

In die Magie der Küche wurde ich eingeführt in einem Alter, indem ich noch nicht lesen konnte. Mein Vater malte mir damals das Rezept für Anisplätzchen auf. Jeden Schritt versuchte ich mit äußerster Sorgfalt auszuüben und meisterte die Waage mit großem Respekt und pharmazeutischer Genauigkeit. Was meinem Vater so wichtig war, hat mich dann als Teenager natürlich völlig genervt. 50g mehr oder weniger.. pff.. was macht das schon für einen Unterschied?

Ich bin immer noch fasziniert vom Kochen. Bei mir in meiner bescheidenen Küche nenne ich es auch „kochen“. Im Hause meiner Eltern würde ich viel mehr von einer Produktion reden. Es wird immer ein Vielfaches der normalen, verzehrbaren Menge angefertigt um den Rest einzufrieren. Das kostet einige Nerven aller Beteiligen. Das fängt bei der zu produzierenden Menge an und hört bei der Verpackung oder der Art des Servierens auf.

Diesen Samstag vor Ostern gab es zwei Überraschungen für mich. Neben den sowieso schon zahlreichen Speisen zu den Festtagen gab es Zutaten für eine Tom Kha Gai Suppe und im Kontrast dazu ein Stapel Schokolade zur Verarbeitung zu Pfefferminzpralinen.

Für mich war das eine perfekte Kombination. Das asiatische Essen, dass ich in Thailand und Vietnam zu lieben gelernt habe findet man selbst in Berlin nicht wieder. Um dem vermissten Original näher zu kommen, muss man daher selber kochen.

Meine Leidenschaft zu Schokolade möchte ich nicht näher ausführen. Ich denke der Fakt, dass es sich bei dem letzten Wochenende um Ostern handelte ist genügend Grund um auch ein schokoladiges Rezept meistern zu dürfen.



Zum Grundverständnis, wie Pralinen hergestellt werden: Man erstelle eine Füllung aus einem drittel heller Schokolade, zwei drittel dunkler Schokolade und etwas Crème double damit die Füllung schön cremig wird. Für den Geschmack fügt man ein Aroma (Likör, Saft) hinzu. Sobald diese Mischung so trocken ist, dass sie formbar ist, kann man kleine Kugeln rollen und diese anschließend in geschmolzene Schokolade tunken. Mit einem Pralinenbesteck holt man die kleinen Kugeln wieder heraus und lässt sie auf einem Brett trocknen. Wenn man möchte kann man die Kugeln mit Puderzucker, Mandeln oder allerlei anderer Köstlichkeiten verzieren.

4 Comments

  1. Wir alle drei haben uns deinen Blog mit Spaß und Freude angeschaut

  2. Hanne Geyer

    Es war bestimmt, wie immer, super lecker bei euch!!!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *