Ganz schön aufgeregt war ich Südamerika zu verlassen und in ein westliches Land zu reisen, dass jedoch ebenso rau und schön sein sollte wie mein geliebtes Patagonien.

Um nach Neuseeland zu gelangen wurde ich aufgrund günstiger Flüge erst in den Norden verfrachtet. Das hieß zuerst die kalte Winterluft (ca. 20°C) von Los Angeles genießen zu dürfen. Jeff and Jared, thanks again for welcoming me so kindly. I loved to stay with you and will come back one day to see more of your Los Angeles… and eat more cheese!

Fiji war ein weiterer Zwischenstopp auf den ich mich sehr gefreut habe, doch durch die Fluten einen Monat zuvor und den anhaltenden Regen entwickelte sich der Aufenthalt eher zu einer Warteschleife als zu einem Abenteuer.

Und dann, endlich, ging es nach Neuseeland. Die ersten Worte nach der Passkontrolle waren leider etwas ernüchternd. „Es ist uns verboten am Flughafen Kaugummis zu verkaufen.“ In den kommenden Tagen kamen weitere Regeln hinzu. Meistens auf großen Schildern. Durch Straßen zu laufen, Wanderungen zu machen oder einfach nur ein Museum zu besuchen wurde für mich zu einem Schildermarathon. Durch die vielen Warnungen und Regeln war ich zunächst sehr ernüchtert von Neuseeland.

Die ganze Komik der vielen Schilder offenbarte sich mir in einem Museum. So stand ich vor einer unübersehbar großen Treppe und trotzdem hing auf Augenhöhe: „Vorsicht, vor ihnen befindet sich eine Treppe“. Vielen Dank, ich hätte mir andernfalls sicherlich das Genick gebrochen.

Neuseeländer nennt man übrigends nicht Neuseeländer. Sie heißen Kiwis, wie der einheimische Vogel der einem Säugetier sehr nahe ist. Ist das nicht nett? Alle sind so fasziniert von ihnen (dem Vogel und den Menschen), dass ich schon vor der Reise ganz heiß gemacht wurde nach Neuseeland zu reisen. Sie sollten so unglaublich freundlich und offenherzig sein. Doch was ich erfahren durfte waren zumeist distanzierte und unhöfliche Menschen, die wahrscheinlich einfach die Nase voll haben, dass sich (nach den Schafen) hier alles um den Tourismus dreht.

Schnell sollte ich lernen, dass das einfache Leben hier natürlich wieder ganz anders funktioniert. Auf den Straßen liefen kaum Menschen herum. Wollte ich etwas essen musste ich nun in einen gut organisierten, blitzblank sauberen Supermarkt laufen. Ich habe zunächst die vielen kleinen Straßenstände und das chaotisch, bunte Straßenleben Südamerikas vermisst. Alles schien so perfekt. Vor jedem Haus befanden sich ein oder zwei Autos, der Rasen war überall gleich hoch gemäht und viel bedrückender als alles Andere: Neuseeland ist still!

Bald schon sollte ich lernen, dass diese Stille genau das war, was Neuseeland für mich spannend machen sollte.

2 Comments

  1. Hallo Silvie!
    Ich verfolge weiterhin deine Reise und bin gespannt, wie es weitergeht!
    Alles Gute und lieben Gruß aus Kölle!

    • Hallo Julia, an dich habe ich letzter Zeit viel gedacht. Du bist also wieder zurück aus Argentinien. Freu mich zu hören wie es war für dich. Alles Liebe aus Queenstown.

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