Südamerika begann mit einer großen Enttäuschung: Schokolade schmeckt im Schokoladenkontinent eher mäßig gut. Selbst im tollen Schokomuseum mit den Erläuterungen zur Mayakultur, hat die Schokolade nicht geschmeckt. Da kann man sich als Schokofan schon mal die Haare raufen.

Dafür gab es eine andere Süßigkeit. Dulce de lece! Etwas gewöhnungsbedürftig! Im Grunde besteht diese braune Creme aus eingedampfter Milch mit Zucker. Man findet sie überall. Im Kuchen, im Gebäck, auf dem Frühstückstisch, als Garnitur auf dem Eis und nicht zu vergessen: auch im Churro. Und so habe ich meine erste Begegnung mit Dulce de lece gemacht. Dabei hatte ich doch die „normalen“ Churros bestellt. Nach meinem Biss in den ersten Churro floss die Creme in Strömen aus dem Churro und an meinen Mundwinkeln herunter. Super süß. Fast schon unerträglich süß. „So zuckersüchtig bin ich nun auch nicht um mir DAS anzutun“ dachte ich mir.

Doch weit gefehlt. Es brauchte zwei Länder (Peru und Bolivien) bis ich mich in Salta so daran gewöhnt hatte, dass ich ein Hostel verfluchen wollte, wenn es am Morgen kein Dulce de lece auf dem Tisch gab.

Zu anderen leckeren Süßigkeiten gehörten die Facturas in Argentinien. Das sind kleine Teilchen die ich gerne am Morgen gegessen habe. In Uruguay gab es dann die Masitas die ich schon in „Stippvisite nach Uruguay“ erwähnt habe. Doch nichts kommt über das leckere Dulce de Lece auf einem Brot.

Gut, nun kann ich mich ja nicht nur von Süßigkeiten ernähren. Und da mir der Zahnarzt gesagt hat, dass meine Zähne an sich sehr gut sind, doch auch sie einem solchen Zuckerkonsum nicht standhalten werden, interessiere ich mich sozusagen zwangsweise auch für die herzhaften Speisen.

Das heißt zu Beginn meiner Reise so viel wie: Fleisch, Reis, Bohnen und Pommes. Na toll! Überhaupt nicht langweilig. Doch dann kamen die Empanadas.

Pisac bei Cusco: Parallel zum Touri-Straßenmarkt habe ich ein kleines gelbes Haus mit dem Schild „Empanadas“ entdeckt. Im Hof gibt es ein paar Plastikstühle und -tische. Dazu gehört die kleine, hutzelige Frau, die mir nicht mal zu den Schultern reicht. Sie hat ein herrliches, buckeliges Lächeln, denn sie weiß: Ihre Empanadas sind die Besten! „Wie viele?“ „Naja, eine reicht!“ … ‚Ich will ja nachher noch richtig essen.‘ Aus ihrem Ofen zieht sie ein riesiges Metallblech herraus. Darauf liegen Meerschweinchenschenkel und DIE Empanadas. Am Ende esse ich 6 Stück. Je Sorte zwei. Und ich träume noch immer von ihnen!

Neben Empanadas gibt es da noch etwas köstliches: Ceviche. Im Grunde ist das ein Haufen roher Fisch, der durch die Säure einer Menge Zitronensaft gegart wird. Man sieht Ceviche überall. Auch an Marktständen. Doch das habe ich mich nicht getraut. Ungekochten Fisch ohne Kühlung an einem Marktstand zu essen, kam mir ein wenig riskant vor. Daher habe ich es in einem Restaurant ausprobiert und war begeistert. Unbedingt probieren wenn ihr die Chance bekommt!

Bis Bolivien gab es viele kulinarische Überraschungen. Mal positiv mal negativ. Aber einmal in Argentinien angekommen wusste ich genau: hier gibt es Fleisch! Argentinisches Steak! YEAH! Die Uruguayer und Argentinier haben eine ganz spezielle Art zu grillen. Nicht so stillos wie wir.

Ein Grillmeister muss durch eine ganz spezielle Ausbildung und weiß genau, wann welches Fleisch gar ist und wo auf dem Grill es zu welchem Zeitpunkt platziert werden muss. Doch schon alleine der Aufbau eines solchen Grills ist etwas Spezielles. Das Holz wird neben dem Grillrost angezündet und glüht langsam durch. Die Glut wird nach und nach unter dem Grillrost verteilt. Der Grillrost wird schräg über die Glut gehangen, so dass das Fleisch an manchen stellen heißer, an anderen weniger heiß gegrillt wird. Und was dabei heraus kommt sind butterweiche Steaks und Chorizos.

In Brasilien wurde es fischig. Im Pantanal habe ich Piranha gefischt. An der Küste gab es Moqueca in den Bars und Restaurants und am Strand wurden Garnelen jeder Größe serviert.


Merkwürdigerweise konnte ich in Argentinien nie genug Fleisch essen, doch in Brasilien hatte ich den Fisch irgendwann über und habe mich nach einem 400g Roquefort-Steak gesehnt.

Das wirklich wunderbare an Brasilien waren die Früchte. Alle möglichen Früchte gab es hier. Viele Namen kannte ich vorher noch nicht einmal. Und hier in Neuseeland kann ich dies noch einmal mehr wertschätzen, denn hier gibt es in den Hostals kein Frühstück. In Brasilien war ich ein Frühstück mit diversen Leckereien und einen riesigen Früchteteller gewohnt. Da ist es schon schwer sich wieder zu entwöhnen.

Eine Frucht die man in Brasilien natürlich nicht missen darf ist die Kokusnuss. Ihr Wasser macht überraschent satt, doch wenn man anschließend immer noch hungrig ist, lässt man sie sich aufschneiden und kann noch das Fruchtfleisch verspeisen.

Mein Lieblingscocktail ist jetzt übrigends der Pisco-Sour. Da kamen nicht einmal die leckeren Caipirinhas aus Brasilien gegen an.

Jut … aber dann, dann gibt es noch ein ganz beliebtes Getränk in Südamerika. Es handelt sich dabei nicht einfach um ein Getränk, nein es ist ein Ritual, ein Brauch! „… in Argentinien trinken etwa 80 % der Bevölkerung mindestens einmal pro Woche Mate, der Jahreskonsum beträgt 6,4 kg pro Kopf. …“ aus Wikipedia

Gefühlt stimmt das schon, doch die Sache mit „einmal pro Woche“ habe ich ganz anders empfunden. Sie laufen ständig mit ihrem Mate herum. Sie können ihn praktisch im Schlaf zubereiten. Dazu benötigen sie lediglich den Mate-Tee, einen hölzernen Becher und eine Thermoskanne heißes Wasser. Der hölzerne Mate Becher scheint dabei an ihren Händen festgeklebt zu sein. Sie trinken den Mate zu Hause, im Park, auf dem Markt, auf dem Weg zur Arbeit oder gar im Bus.


Mir hat diese Tradition des Matetrinkens unglaublich gut gefallen. Man füllt den Becher auf und gibt ihn an den Nächsten weiter. Dieser muss ihn austrinken bevor er den Becher wiederum an den Nächsten weiterreicht. Aber Mate hat mir einfach nicht geschmeckt. Er ist scheusslich bitter und daran konnte ich mich einfach nicht gewöhnen. Schade.

6 Comments

  1. Oh meine Liebe, wenn Du wieder zurück kommst, mache ich eine Torte „Tres Leches“ extra für Dich!! Rezept kommt aus Chile, die wirst Du lieben!!!

    • yeah! 🙂 hab grad deine e-mail gelesen. Schade, dass der Gig im Schokoladen verschoben wurde. Heute könnte ich übrigends gut skypen..

  2. Oh die grüne Kokosnuss, wie ich sie vermisse. Hatte sie jeden morgen zum Frühstück in Mumbai.

    • Hallo Weltenbummler*in,
      freu mich das du schreibst. so habe ich endlich mal begonnen mir auch die anderen blogs anzusehen. deine paris-route ist wirklich der knaller.

  3. Hallo Silvia! Natürlich muss dein Bericht über die vielen exotischen Speisen dazu! Also “ Der schönste Tisch …“ Das schreibe ich als begeisterte und neugierige Esserin. – Und natürlich Patagonien und der Perito Moreno. Nicht nur weil ich es selbst so fantastisch fand dort. – Es sind auch immer wieder die Geschichten über die Menschen, die du triffst… Touries und Einheimische. – Ich finde es auch schwer, sich zu entscheiden…Bolivien, Peru, der Dschungel… So bin ich dir nicht wirklich eine Hilfe. Und du bist ja noch längst nicht am Ende deiner Reise! – Ich kann auch gut nachvollziehen, dass sich irgendwann ein totales Sättigungsgefühl einstellt. So viele Eindrücke so intensiv. – Ich hoffe, du machst am Ende irgendwann ein Buch daraus. Darin kannst du mehr unterbringen. – Eine wunderschöne Zeit in NZ wünsche ich dir! Alles Liebe! Gisela

    • Hallo Gisela, ein Buch? Na ich weiß ja nicht. Einen Fotoabend mit den dazu passenden Speisen könnte ich mir da schon eher vorstellen. Alles Liebe nach Glöbusch und danke für dein Feedback.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *