In Rio wurde ich von Freunden meiner Freundin Laura super herzlich empfangen. Es war die Familie von Ligia, Alvaro und Gabriella und dazu gehörte auch noch die Mitbewohnerin Larissa. Wir sind essen gegangen: Sushi. So etwas exotisches hatte ich lange nicht mehr. Anschließend sind wir noch ein wenig ausgegangen.

Am folgenden Tag habe ich mich mit meinem Ex-Kollegen Marek getroffen, der zufälliger Weise genau an diesem Tag seinen Urlaub beendet hat und zurück nach Deutschland geflogen ist. Wir haben gequatscht und den Ausblick von einem Hotel in Copacabana genossen.

Anschließend habe ich mir den berühmten Strand angesehen und war eher mäßig begeistert. Trotzdem bin ich mit einer Kokusnuss in der Hand selbstbewusst auf das Wasser zugestapft um meine Füße zu baden. Sobald das Wasser meine Zehen berührt hat, habe ich einen riesigen Satz zurück gemacht und die Kokusnuss fast fallen lassen. Es war eiskalt und meine Zehen waren ganz bestimmt kurzweilig blaugefrohren. Die Menschen um mich herum fingen promt an, mich herzlich auszulachen.

Zum Abendessen habe ich mich mit Bodo getroffen. (Den Bodo gabs auch schon in Cafayate). Mit ihm und 8 anderen Wanderlustigen ging es durch die Nacht auf den Berg Pedra de Gavea. Um 1.30 Uhr ging es 4 Stunden lang den Berg hinauf und es machte sich bei mir bemerkbar, dass ich mich zuvor nicht ausgeruht hatte und dass ich seit Patagonien nicht mehr gewandert bin.

So mag es für Viele nichts Besonderes gewesen sein, doch ich empfand es als sehr anstrengend. Und als mir nach einer Kletterpartie mitgeteilt wurde, dass die eigentliche Kletterrei noch vor uns läge, war ich schon ganz schön platt. Nach Bolivien war ich nicht mehr Klettern und hier sollte ich auf einmal ungesichert ein paar Meter überwinden. Vielleicht wäre es in Helligkeit und mit wachen Kopf garnicht so schlimm gewesen, doch hier habe ich schon Muffensausen bekommen. Hätte ich es so vorhersehen können, hätte ich die Tour wahrscheinlich nicht gemacht. Doch oben angekommen hat es sich wirklich gelohnt. Der Sonnenaufgang über Rio hat alles wieder wettgemacht.

Foto: Bodo Fischer



Foto: Bodo Fischer

Foto: Bodo Fischer

Wieder am Fuße des Berges angekommen fiehl mir auf, dass meine durch die Hitze Rio’s angeschwollenen Füße nicht mehr perfekt in meine Wanderschuhe gepasst haben. Blasen haben sich überall breit gemacht. Außerdem war ich totmüde und hungrig. Ab nach Hause!

Larissa hat mich dort mit einer super leckeren Pasta verwöhnt und plötzlich war ich wieder fit. Und wir haben gequatscht bis ich nicht mehr sprechen konnte. Nach drei Stunden Schlaf wurde mein Energietank mit Ligias Waffeln aufgefüllt. Ich habe mich lange nicht so umsorgt gefühlt.

Anschließend habe ich mich mit Alvaro und Larissa auf zu einer Karnevalsprobe gemacht. Die Produktionsfirma von Ligia und Alvaro hat sich dazu bereit erklärt eine kleine Web-TV-Serie über die Sambaschule „Unidos da Tijuca“ zu machen und filmte an diesem Sonntag eine Episode im Sambodromo. Larissa stand mit mir und hunderten anderen Begeisterten auf der Tribühne um sich die Probe anzusehen.






Die Trommeln und die ganze Aufregung um den Samba haben mich wieder wachgerüttelt. Die Begeisterung der Tänzer und der Zuschauer haben mich mitgerissen und beeindruckt. Die Melodie war so einprägend, dass ich am nächsten Morgen mit ihr aufgewacht bin.



Karneval ist am 17.2.. Wieso verlasse ich dann Brasilien schon am 2.2.???

Rio hält natürlich noch ganz viele andere Attratkonen vor. Der Zuckerhut, die Bögen und die Treppe von Lapa, die Katedrale und die vielen Wälder und Strände. Und nicht zu vergessen, die kleinen Kopfsteinpflasterstraßen von Santa Teresa.

Doch für mich ist Rio ein Ort geworden, an dem ich mich nicht nur einfach wohl gefühlt habe. Hier habe ich viel mehr echte Freunde gefunden.

5 Comments

  1. *snif*
    mir wird ganz warm ums herz und ich freue mich so, dass du in meiner brasilianischen „familie“ so gute freunde gefunden und dich so wohl gefühlt hast!!
    (hab doch gesagt, ihr werdet euch verstehen! :))
    und ich bin begeistert, was für tolle sachen du in rio erlebt hast – im sambódromo war ich nur einmal auf den billigen ‚volksplätzen‘, wo die musik gerade eben noch rüber weht, bevor die gruppen sich vom runway schleppen… 😉
    übrigens hatte und hab ich große lust, einen gastbeitrag zu schreiben, nur hast du mich mit deiner mail in einer schlechten verfassung erwischt, und jetzt lerne ich auf die letzte prüfung. darf ich noch im märz? 🙂
    beijo grande und trotz kulturschock eine tolle zeit im ebenfalls tollen nz!

    • Es war wirklich wunderschön bei Ligia und Larissa. Ligia war dann leider schnell im Urlaub aber mit Larissa habe ich mich super verstanden.

      Das Sambódromo war wirklich ein tolles erlebnis. Sie haben mich richtig mitgerissen obwohl ich so unglaublich müde war. Dabei sind die meisten Bilder die ich gemacht habe auch total verschwommen geworden.. hihi.. ein Glück dass ich die Kamera zumindestens für einige Bilder gerade halten konnte 😀

      Ich wüd mich super freuen, wenn auch jemand anders etwas schreiben würde. Lass dir gerne Zeit.

      Beijo grande zurück 🙂

    • Hab dich übrigends total vermisst. Nächstes mal fahren wir zusammen!

  2. Heute abend im Auslandjournal/ZDF ging u.a. auch um den Sambadromo in Rio! Es war eine Überraschung nach einigen Minuten Deinen Bericht zu lesen!

    • Ha.. wie witzig. Was haben sie denn dazu gesagt? Als ich da war wurde aktuell die zweite seite neu gebaut. die tribünen waren fast fertig.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *